Nachruf auf René Bartlomé
Mit Bestürzung und Trauer mussten wir Kenntnis nehmen vom Hinschied unseres langjährigen Vereinskameraden und Freundes René Bartlomé. Er ist am 12. Februar 2026 im Alter von 81 Jahren verstorben.
René war weit über seine Modellflug-Stammvereine - den MV-Bern und der MG-Thun - bekannt als ein willkommener Ansprechpartner für die mit dem Bau und dem Betrieb von Modellflugzeugen verbundenen Herausforderungen. Das bereits in frühen Jahren in ihm durch seinen Bruder und Militärpiloten geweckte Interesse für Flugzeuge entwickelte sich über die Zeit zu einer intensiven Leidenschaft für ein weitestgehend eigenständiges Entwickeln und Bauen massstabsgetreuer Modellflugzeuge. Dabei liess er sich in der Regel von Originalen aus der Militärflugzeug-Szene wie der Morane-Saulnier D-380, der AT-6, der Hawker Tempest Mk V oder der DHC-1 Chipmunk und dem kräftigen Sound ihrer mehrzylindrigen Kolbenmotoren inspirieren. Seine Leidenschaft für den Modellflugsport beschränkte sich aber nicht auf das Bauen. René war begeisterter Flieger. Vom Fesselflug über das Hangsegeln und das F3A-Wettbewerbsfliegen bis hin zum manntragenden Segelflug. Über viele Jahre hinweg verbrachte René zahllose Freizeit- und Ferienstunden als aktiver Segelflieger in seiner ASW 12. Mit seiner langjährigen Arbeit als Reperateur und als Prüfexperte manntragender Segelflugzeuge eignete er sich ein enormes Wissen über die Bau- und die Funktionsweise unzähliger Flugzeugtypen an.
Ganz besonders gefragt waren seine weitherum bekannten und beliebten «Dienste» als Schlepp-Pilot für die Modell-Segelfluggemeinde. Unzählige Male stand er mit seinen selbstverständlich selbst gebauten Schleppmaschinen, der Ercoupe-415 und der legendären Stinson L-5 Sentinel bereit, die Segelflugzeuge auf Ausgangshöhe zu bringen. Mit der Stinson absolvierte René im letzten November erfolgreich seinen 5000sten Schleppflug.
René teilte gerne sein profundes Wissen über Modellflugzeuge und ihre Verbrennermotoren durch das Verfassen von Bauberichten in Modellbauzeitschriften, mittels Beiträge in einschlägigen Foren, bei spontanen Begegnungen und Gesprächen oder einfach durch Rat und Tat bei konkreten Anfragen oder dem Besuch in seiner Werkstatt. Nicht nur dieser Austausch wird fehlen. René fehlt uns als vielseitig interessierter, stets hilfsbereiter Vereinskamerad und Freund.
Text: Christoph Gitz